FFH-Monitor Fauna, Flora und Habitate beobachten

Erfassungsjahr 2016

Alle Ergebnisse stehen auch als PDF-Berichte zur Verfügung.

Fledermausaktivität

Verteilung der Aktivität pro Standort un pro Erfassungstyp

Für die Ermittlung der Fledermausaktivität werden die Anzahl Kontakte in Bezug zu einer Beobachtungszeit gesetzt, wie auf der Seite Vorgehensweise beschrieben. Die Berechnung kann in einer Tabellenkalkulation nachvollzogen werden.

Geografische Verteilung

Übersicht mit Fledermauskontakten im Untersuchungsgebiet

Fledermauskontakte im Untersuchungsgebiet

Artengruppen im Gebiet

Insgesamt überraschend ist die Artenvielfalt im Untersuchungsgebiet. Folgende Arten bzw. Artengruppen konnten anhand von akustischen Aufnahmen sicher nachgewiesen werden:

Innerhalb der jeweiligen Artengruppen sind mehrere Fledermaus-Arten vertreten. Sie werden in den nachfolgenden Kapiteln jeweils einzeln betrachtet.

Verteilung der Fledermausaktivität pro Artengruppe

Aktivität im Jahresverlauf

Insgesamt wurde von April bis Oktober 2016 beobachtet. Im Juni 2016 wurden keine Erfassungen durchgeführt:

Gesamte Fledermausaktivität in 2016 pro Monat

Ergebnisse pro Artengruppe

Barbastella (Mopsfledermäuse)

Von der Mopsfledermaus wurden insgesamt 30 Aufnahmen gemacht. Es handelte sich dabei jeweils um 22 immer nur sehr kurzzeitige Kontakte mit Einzeltieren. 21 Kontakte wurden im Wollenberg und 1 Tier wurde in Allendorf am Sportplatz registriert. Im Wollenberg waren die Mopsfledermäuse fast ausschließlich im Wald unterwegs, lediglich ein einziges Tier wurde am Heimbergskopf am Waldrand aufgenommen. Die Mopsfledermaus konnte von April bis Oktober 2016 im Untersuchungsgebiet beobachtet werden.

Kontakte Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) in 2016

Kontakte Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) in 2016

Die allermeisten Rufe im Wollenberg waren am Teich zu hören, gut ein Viertel auch entlang der Trassen. In der Nähe der Wichtelhäuser, eine bekannte Felsenformation im Gebiet, wurde die Mopsfledermaus an unterschiedlichen Tagen immer wieder gehört. Dort in der Nähe entstand am 9.7. auch eine interessante Aufnahme mit einem Sozialruf dieser Art.

Obwohl insgesamt relativ wenige Rufe aufgenommen wurden, ist der arttypische Wechselruf der Mopsfledermaus unverkennbar und daher gilt die Bestimmung als sicher.

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Eptesicus (Breitflügelfledermäuse)

Von dieser Artengruppe sind zwei Arten im Untersuchungsgebiet vertreten: die Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) und die Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus). Während von der Nordfledermaus im Dorf Warzenbach am Bach nur wenige Rufe im Frühling (am 1.4.) registriert werden konnten, begegnete uns die Breitflügelfledermaus in den Sommermonaten im Wald.

An einem einzigen Abend im Juli (9.7.) wurden entlang TR1 gut die Hälfte aller Kontakte registriert. Auch an den Waldrändern am Heimbergskopf und außerhalb des Wollenbergs in Allendorf entstanden einige Aufnahmen. Die Breitflügelfledermaus ist die einzige Art, die mit nur wenigen Kontakten kaum am Teich aufgenommen werden konnte.

Kontakte der Gattung Eptesicus (Artengruppe der Breitflügelfledermäuse) in 2016

Kontakte der Gattung Eptesicus (Artengruppe der Breitflügelfledermäuse) in 2016

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Myotis (Mausohrfledermäuse)

In der Artengruppe Myotis sind mehrere Fledermaus-Arten vertreten, die bekanntere sind die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) und das Große Mausohr (Myotis myotis). Die Artengruppe wurde an vielen Orten im Wollenberg registriert und ist mit 382 Kontakten nach der Artengruppe der Zwergfledermäuse (Pipistrellus) die am häufigste festgestellte Artengrupp

Jagende Myotis-Arten waren besonders häufig am Teich festzustellen. Weitere Hotspots liegen an den Waldrändern im Nordwesten (am Lichteberg) und im Südwesten am Heimbergskopf. Auch entlang den Trassen im Wald, insbesondere solche, die über den Kamm des Wollenbergs verlaufen, (z.B. an TR9) wurden häufiger jagende Myotis festgestellt. Die Artengruppe war vom Mai bis September 2016 im Untersuchungsgebiet aktiv.

Kontakte der Gattung Myotis (Artengruppe der Mausohrfledermäuse) in 2016

Kontakte der Gattung Myotis (Artengruppe der Mausohrfledermäuse) in 2016

Die Differenzierung der einzelnen Arten innerhalb der Gattung ist auf Basis von akustischen Erfassungen recht schwierig. Aus diesem Grund wurden über 400 Aufnahmen lediglich auf Ebene der Gattung Myotis und ohne sichere Angabe einer Fledermaus-Art bestimmt. Einige der Myotis-Rufe wurden z.B. im Dorf Warzenbach registriert. Es wird vermutet, dass diese von der Fransenfledermaus (Myotis nattereri) stammen.

Die Bestimmungssicherheit der Myotis-Arten hoffen wir, in 2017 mit besseren Aufnahmen und mehr Erfahrung zu verbessern.

Das Große Mausohr (Myotis myotis)

Vom Großen Mausohr liegen jedoch genügend Rufe und Spektrogramme in ausreichender Qualität vor. Das Große Mausohr war am Teich im Mai zu hören und wurde in den Sommermonaten gelegentlich auch an den Trassen aufgenommen. Im September entstand auch in Allendorf eine Aufnahme des Großen Mausohrs.

Die Fransenfledermaus (Myotis nattereri)

Die Fransenfledermaus war hauptsächlich im Mai am Teich bei der Jagd, wo auch einige Aufnahmen mit Sozialrufen entstanden. Ein einziges Mal wurde sie auch am Heimbergskopf festgestellt. Die Bestimmung der Art gelang über den Vergleich der Sozialrufe mit Referenzaufnahmen in der Fachliteratur.

Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)

Die Bechsteinfledermaus wurde sowohl am Teich, als auch am Heimbergskopf, an den Trassen und auch in Allendorf festgestellt. Bei der Bechsteinfledermaus liegt die Bestimmungssicherheit jedoch nur bei 39,8%. Dies ist vermutlich auf die Aufnahmequalität der Rufe zurückzuführen. Die Bechsteinfledermaus ruft verhältnismäßig leise, wodurch die Aufnahmequalität sinkt. Ein weiteres Problem entsteht durch Verwechslungsgefahr, vor allem mit kurzen Rufen anderer Myotis-Arten, wie z.B. die der Fransenfledermaus oder der Wasserfledermaus (Myotis daubentonii). Es wurden dennoch mehr als 200 Rufe mit Hilfe von Referenzaufnahmen verifiziert.

Weitere Myotis-Arten

Es wurden einige Rufe weiterer Myotis-Arten festgestellt. Die Wasserfledermaus z.B. wurde in Allendorf registriert. Im Wollenberg wurden Rufe aufgenommen, die der Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe) oder auch der Großen Bartfledermaus (Myotis brandtii) zugerechnet werden könnten. Die Bestimmungssicherheit reicht jedoch nicht aus, um von einem Vorkommen der Art sprechen zu können. Weitere Beobachtungen werden künftig nötig sein.

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Nyctalus (Abendsegler)

Sowohl der Große (Nyctalus noctula) als auch der Kleine Abendsegler (Nyctalus leisleri) wurde im Wollenberg aufgenommen. Rufe des Kleinen Abendseglers wurden über den ganzen Beobachtungszeitraum von Anfang April bis Ende September registriert. Im Gegensatz dazu war der Große Abendsegler nur von Mai bis August zu hören.

Fast die Hälfte aller Aufnahmen der Artengruppe entstanden am 18.7. entlang TR5, (lokal als „Kyrill-Weg“ bekannt) als mehrere Tiere eine große baumfreie Fläche, die durch den Orkan Kyrill in 2007 entstand, überflogen. Einige Große Abendsegler konnten am gleichen Abend auch beim Jagen an der Lessing-Hütte, unweit vom Kyrill-Weg entfernt, visuell beobachtet werden.

Am südwestlichen Waldrand, beim Heimbergskopf waren wiederholt kleine Abendsegler unterwegs und konnten visuell beim Jagen über dem umliegenden Grünland beobachtet werden.

Kontakte der Gattung Nyctalus (Artengruppe der Abendsegler) in 2016

Kontakte der Gattung Nyctalus (Artengruppe der Abendsegler) in 2016

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Pipistrellus (Zwergfledermäuse)

Neben der Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), die überall im Untersuchungsgebiet sowohl im Dorf, als auch im Wald und während der gesamten Beobachtungszeit von April bis Oktober häufig anzutreffen war, wurde auch die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) häufig, jedoch nur im Wald aufgenommen..

Kontakte der Gattung Pipistrellus (Artengruppe der Zwergfledermäuse) in 2016

Kontakte der Gattung Pipistrellus (Artengruppe der Zwergfledermäuse) in 2016

Am 7.5.2016 entstand am Teich eine Aufnahme der Rauhautfledermaus mit einem für diese Art typischen Sozialruf, die Bestimmung gilt demnach als sicher.

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Einige wenige Rufe der Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) wurden ebenfalls registriert. Die Bestimmungssicherheit reicht jedoch nicht aus, um von einem Vorkommen der Art sprechen zu können. Weitere Beobachtungen werden künftig nötig sein.

Plecotus (Langohrfledermäuse)

Die beiden in der Gattung Plecotus vorkommenden Fledermaus-Arten, das Braune und das Graue Langohr (Plecotus auritus bzw. Plecotus austriacus), können akustisch kaum voneinander unterschieden werden. Im Mai entstanden an zwei unterschiedlichen Abenden am Teich einige wenige (nur acht) Aufnahmen der Plecotus-Gattung und im August gab es lediglich noch zwei weitere an TR7 im nördlichen Bereich des Wollenbergs.

Kontakte der Gattung Plecotus (Artengruppe der Langohrfledermäuse) in 2016

Kontakte der Gattung Plecotus (Artengruppe der Langohrfledermäuse) in 2016

Damit gehören die Langohrfledermäuse zu den seltensten in 2016 am Wollenberg erfassten Fledermaus-Arten. Die automatische Software-Bestimmung war nicht einfach zu verifizieren. Es liegen nur wenige Rufe vor, so dass statistische Eckdaten nicht zum Ergebnis führen. Die Bestimmung gelang letztendlich durch den Vergleich mit Referenzaufnahmen. Weitere Beobachtungen werden künftig nötig sein.

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Berichte im PDF-Format

Aktualisiert am 2021-03-29 20:19:39.936722+00:00 - Inhalte unter Creative Commons BY 4.0 Lizens wenn nicht anders angegeben - Seiten erstellt mit MkDocs. Impressum / Datenschutzerklärung / Haftungsausschluss